Healthy Lifestyle Kolumne

Minimalismus und die absurde Idee das Leben in zwei Koffer zu packen

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Ich habe diese absurde Idee. Die Idee mein Leben in zwei Koffer zu packen und trotzdem alles dabei zu haben was mir wichtig ist. Weg mit allem Ballast, mit Dingen die ich irgendwann mal noch benutzen möchte, mit Hosen in die ich eh nie wieder hinein passe und mit Büchern die ich garantiert nicht ein zweites Mal lesen werden.

Das ist natürlich ein theoretisches Konzept. Ich werde nie mit nur zwei Koffern umziehen. Aber es ist ein gutes Konzept, dass mir hilft mich zu ordnen und mich auf das Wesentliche zu besinnen. Es gibt ja diverse Konzept des Entrümpelns, Organisierens und Wegwerfens. Ich habe einige gelesen und bin mit keinem 100% glücklich gewesen, Mal waren sie mir zu esoterisch, mal zu wenig radikal und oft eher für Messies als für Normalos. Ich habe mir hier und da meine Rosinen rausgepickt und bin letztendlich bei meinen imaginären zwei Koffern gelandet.

Einiges habe ich schon erfolgreich umgesetzt, bei vielen Punkten bin ich noch dabei. Ich sage Euch, Aufräumen ist Zeitaufwendig und Minimalismus ist nichts für Weicheier. Hier mal ein Überblick über meine Baustellen.

Minimalismus im Kleiderschrank

Das Prinzip der Capsule Wardrobe finde ich klasse, daran habe ich mich grob orientiert. Alles was ich ich nicht 100%ig mag, Sachen in denen ich mich nicht wohlfühle kamen weg. Ich habe die Anzahl an T-Shirts so mindestens halbiert. Ich meine, wieviele T-Shirts braucht ein Mensch? Ich trage eh immer nur die Handvoll die ich am liebsten habe. Mehr Infos zur Capsule Wardrobe findet Ihr z.B. hier oder hier (inkl. Link zum Capsule Wardrobe Planner). Das Prinzip basiert auf 33 Teilen, die alle 3 Monate gewechselt werden. Mir ist das ein wenig zu streng, das Prinzip gefällt mir aber.

Ein anderer Punkt ist, dass ich versuchen möchte nachhaltiger Einzukaufen. Zum Einen natürlich allein durch das überlegter und einfach weniger einkaufen und zum Anderen durch eine durchdachtere Markenwahl. Ich kaufe jetzt schon einiges Fairtrade und Organic, es könnte aber wirklich mehr sein. Ich lasse mich einfach viel zu schnell von schönen und gleichzeitig günstigen Sachen verleiten.

Interessiert Euch vielleicht ein Artikel zum Thema Capsule Wardrobe und wie ich es genau umgesetzt habe?

Bücher

Lange Zeit hang mein Herz an meinen Büchern. Inzwischen habe ich radikal aussortiert, Bücher verschenkt, verkauft und sogar weggeworfen weil sie niemand haben wollte. Was mir am Anfang schwer gefallen ist, fühlt sich inzwischen verdammt gut an! Welche Bücher ich behalten habe? Klassiker die ich immer wieder lese und auch gerne in meinem Bücherschrank ansehe. Herr der Ringe in deutsch und englisch, ein paar Bücher von Terry Pratchett, Sammlungen von Edgar Allen Poe und Jules Verne, außerdem Klassiker wie Stolz und Vorurteil.

Ein Stapel mit Büchern steht noch in der Ecke im Arbeitszimmer, keiner will sie haben und mir sind sie zu schade zum wegwerfen. Wenn die auch noch weg sind, ist dieser Punkt abgehakt. Neue Bücher kaufe ich nur noch als eBook und sollte ich doch mal über ein wunderschönes, gebundenes Exemplar stolpern werde ich gut abwägen ob sich ein Kauf lohnt.

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Foto by Rob. Creative Commons Lizenz BY-NC 2.0

Erinnerungsstücke

Alte Unterlagen aus Unizeiten? Weg damit! Alte Geburtstagskarten die einem am Herzen liegen? Sorry… aber weg damit. Für alles was nicht weg kann, an dem das Herz doch ein wenig zu sehr hängt, lautet meine Devise: Make it digital! Macht ein Foto der Ansichtskarte die Euch die Freundin aus Costa Rica geschickt hat. Die (hässliche) Dekofigur die Ihr noch stehen habt weil Eure Oma sie Euch geschenkt hat? Macht ein Foto und weg mit dem Ding! Es ist eigentlich ganz einfach, ein Geschenk hat nach dem Schenken seinen Zweck erfüllt. Wenn es Euch nicht 100%ig gefällt sollte es auch nicht länger als nötig in Euer Wohnung stehen. Das mag im ersten Augenblick radikal und lieblos klingen, macht aber absolut Sinn.

Das Thema Entrümpeln, Minimalismus und allgemein das Konzept etwas weniger anzuhäufen beschäftigt mich schon seit längerer Zeit. Momentan ist es aktueller denn je. Neuer Job, Neue Stadt, Umzug… das alles kommt in den nächsten Monaten auf mich zu. Mein Entrümplungsvorsatz muss also etwas weniger entspannt angegangen werden als ursprünglich geplant. Ich bin froh die Basis dafür schon vor einiger Zeit gelegt zu haben. Jetzt geht es an die Details.

Wie haltet Ihr es mit dem Entrümpeln? Seit Ihr eher Minimalisten oder Erinnerungssammler?

15 Comments

  • Reply
    OktoberKind
    17. Februar 2016 at 09:40

    Die Idee mit den Fotos ist wunderbar! Ich habe auch so viel Zeug, von dem ich mich trennen müsste; mit Fotos als Erinnerung fällt mir das definitiv leichter!

    LG, OktoberKind :-)

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      20. Februar 2016 at 19:13

      Freut mich, dass ich Dir helfen konnte :)

  • Reply
    Marie
    17. Februar 2016 at 10:34

    Ich beschäftige mich zur >Zeit auch viel mit Minimalismus und bin auch gerade dabei alles zu entrümpeln, und mit jeder Kiste weniger fühlt man sich irgendwie freier und leichter und vor allem fällt es einem mit der Zeit auch immer leichter. :) Richtig hilft es, wenn man dabei „Leichtes Gepäck“ von Silbermond hört, dann geht das von ganz alleine. :D

    Marie

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      17. Februar 2016 at 10:45

      Danke für den Tipp, in das Lied muss ich später gleich mal reinhören :)

  • Reply
    jenny from the blog
    17. Februar 2016 at 11:38

    Ich lebe ja in Berlin. Hier stellt man alles, was man nicht mehr haben will, einfach aif die Straße. Voll das Entrümpelungs-Mekka :‘)

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      20. Februar 2016 at 19:09

      Ich wäre ja sehr froh, wenn ich meine aussortierten Sachen einfach auf die Straße stellen könnte und sich jemand daran erfreut ^^

  • Reply
    Melanie
    17. Februar 2016 at 20:34

    Toller Beitrag! Das ist auch ein Thema was mich viel beschäftigt. Angefangen hat es, als ich das erste Mal mit dem Rucksack in Asien unterwegs war und gemerkt habe wie wenig Sachen man eigentlich wirklich braucht. Danach habe ich radikal meinen Kleiderschrank ausgemistet. Nun versuche ich mich insgesamt von immer mehr Sachen zu trennen in allen Bereichen.
    Soweit wie du bin ich allerdings noch nicht. Ich liebe meine Bücher und auch an dem ein oder anderen Erinnerungstück hänge ich noch, aber ich glaube allem in allem geht es in die richtige Richtung. Es ist einfach ein tolles Gefühl wenn man den Ballast los wird :)
    Viele liebe Grüße,
    Melanie

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      20. Februar 2016 at 19:12

      Mit dem Rucksack durch Asien stelle ich mir ja genial vor – sowas würde ich wahnsinnig gerne mal machen! Von den Asiaten können wir auch viel in Punkto ausmisten lernen, wenn man überlegt in was für kleinen Wohnungen dort teilweise gewohnt wird. Unglaublich für uns Europäer!

      • Reply
        Melanie
        20. Februar 2016 at 21:48

        ja das war auch ganz großartig! Kann ich jedem nur empfehlen :)

        Allerdings kam es mir in Thailand oft so vor, dass die Thailänder messiartige Züge an den Tag legen. Die kleinsten Räume sind oft bis oben hin voll gestopft mit den unterschiedlichsten Sachen. Für mich sah das meistens aus wie Schrott oder Müll. Ich hab vermutet, dass die Leute eben relativ arm sind und deswegen alles aufheben um es zu tauschen oder um Sachen zu reparieren?
        Apropos Müll, das ist leider auch oft ein Problem dort. Überall findet man Plastikberge die irgendwo angehäuft werden. In den ländlicheren Gegenden wird dieser von den Leuten oft auch einfach im Garten verbrannt oder gewartet bis der Wind ihn woanders hin trägt.
        Aber es ist ja nicht überall so in Asien. In Singapur zum Beispiel soll alles super ordentlich und sauber sein!
        Ja wenn ich im Fernsehn sehe wie Familien in Mini-Wohnungen in China leben, kann man sich nur gut vorstellen, dass es dort nicht wirklich funktioniert mit dem Ansammeln von Sachen. Da ist es ja schon ein Kunstwert alles für den alltäglichen Gebrauch unterzubringen!

  • Reply
    Maegwin
    19. Februar 2016 at 21:10

    Ich bin auch vor wenigen Monaten umgezogen und hab mich radikal von vielen Sachen getrennt, Klamotten habe ich halbiert. Und immer habe ich noch so wahnsinnig viele Sachen, die nur rumstehen und im Weg sind, diese müssen auch weg, aber ich will sie nicht wegwerfen. Wegwerfen erscheint mir so sinnlos.
    Nur von einer Sache kann ich mich nicht trennen, so gar nicht. Ich habe über 4000 Bücher, sie sind meine ganz große Liebe und Leidenschaft, mein ganzer Stolz. das älteste ist von 1723. Da kann ich mich kaum von irgendwelchen Büchern trennen. Und jetzt im neuen Haus hab ich schon wieder Schwierigkeiten, sie unterzubringen.
    Ich befürchte, ich liebe meinen Ballast einfach zu sehr.

    Schönes Wochenende!

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      20. Februar 2016 at 19:07

      4000? Wow! Ich dachte gerade, ich habe mich verlesen :). Aber besonders alte Bücher sind schon etwas sehr schönes, da hätte ich auch Probleme mit dem aussortieren. Ich habe nur ein einziges altes Buch, eine alte, in Leinen gebundene Ausgabe von Alice im Wunderland. Die ist in altdeutscher Schrift und ich verstehe nur die Hälfte – wunderschön ist sie trotzdem und darf natürlich bei mir bleiben.

  • Reply
    Linda
    8. März 2016 at 19:44

    Ich finde den Text super.Das Thema Balast abwerfen beschäftigt mich zur Zeit auch sehr.
    Habe es noch auf Freundschaften,Dinge die einem nicht gut tun und Kosmetik erweitert:-)
    Ich hätte großes Interesse an einem Beitrag über Deine Capsule Wardrobe.Habe auch schon viel dazu gelesen,war aber irgendwie nicht hilfreich.
    Wollte Dir auch noch sagen,dass ich Deinen Blog super finde und Deine Einstellung.
    Mach weiter so!
    LG und Girl-Power am Weltfrauentag;-)
    Linda

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      9. März 2016 at 08:04

      Vielen Dank für Deinen lieben Kommentar :). Beim Thema Kosmetik bin ich auch ein wenig am aussortieren, ich meine, wer braucht schon 100 rote Lippenstifte? Aber auch wenn ich dort einen Anfang gemacht habe, ist dort noch vieeeel zu machen :P.

  • Reply
    Sabine
    19. April 2016 at 13:18

    Hallo!
    Ich kenne deinen Blog schon eine Weile, bin aber eben über die Google Suche nach „Minimalismus“ hier her gekommen, weil ich überlege, das Thema ebenfalls in meinen Blog aufzunehmen. Einerseits „meh“, weil es schon wieder so ein richtiger Hype geworden ist und inzwischen gefühlt jeder darüber schreibt, andererseits stelle ich aber gerade bei deinem Beitrag wieder fest, wie sehr ich das bin. Ich musste echt lachen – ich habe vor ein paar Monaten für die Travelettes einen Gastbeitrag geschrieben: „5 things moving with two suitcases taught me“. Ich habe das nämlich wirklich schon zwei Mal getan, wenn auch nur für temporäre Umzüge (Auslandssemester, Praktikum) und dabei durchweg festgestellt, wie befreiend es ist, wenig zu besitzen. Klar bleibt es nicht bei den 2 Koffern, wenn man sich dann mal wo niederlässt und richtig einrichtet. Man mag ja auch ein paar schöne Dinge, die über das absolut Notwendige hinaus gehen. Aber als Richtlinie ist es sehr, sehr hilfreich!
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem weiteren Weg als nicht-Weichei! :D
    LG

    • Reply
      Mrs. Mohntag
      19. April 2016 at 22:43

      Danke für dein Feedback! Deinen Artikel zu den zwei Koffern muss ich mir die Tage direkt mal ansehen :).
      Nächstes Wochenende werde ich mir wahrscheinlich nochmal meinen Kleiderschrank vornehmen – der muss definitiv noch minimalistischer werden! Der Weg ist wohl nie zu Ende :)

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